Falkenhagen

Geschichte

Falkenhagen wird urkundlich 1247 erwähnt. In diesem Jahr wurde ein schon bestehendes Kloster namens Burchhagen nach Falkenhagen verlegt. Das Kloster wurde 1407 in der Eversteinschen Fehde zerstört. 1432 übernahm der Kreuzherrenorden die wüst gefallene Klosterstätte und baute sie ab 1442 wieder auf. Im Jahre 1509 wurde das Dormitorium errichtet, heute evangelisches Pfarrhaus. Das Gebäude ist das älteste Fachwerkhaus in Lippe. Im Jahre 1591 wurde zur Klosteranlage ein Wirtschaftsgebäude errichtet, das Gebäude ist seit 1932 katholisches Pfarrhaus. Im Jahre 1695 wurde die heutige Katholischen Kirche durch die Jesuiten errichtet.

Der bedeutendste Prior in Falkenhagen war wohl Heinrich von Bocholt, dessen Amtszeit von 1457 bis 1495 dauerte. Seine Grabplatte ist heute noch in der Klosteranlage ausgestellt. Während seine Priorats brachte er das Kloster zu großer wirtschaftlicher und geistiger Blüte; es war damals wohl das größte Kloster der Kreuzherren, fast 90 Ordensleute lebten in der Anlage. Die in der Umgebung gelegenen Dörfer, wie Niese, Sabbenhausen, Köterberg, Hummersen und Wörderfeld, die wüst gefallen waren, erwachten zu neuem Leben. Um das Kloster herum waren mehr als 20 Wirtschaftsgebäude gruppiert.

Während des 30jährigen Krieges weilte in der Klosteranlage ein bedeutender Jesuit: Friedrich Spee von Langenfeld, er gilt heute als der bedeutendste kath. Kirchenliederdichter des 17.Jahrhunderts. Wirkungs-geschichtlich bedeutend wurde Spee aber insbesondere durch seine aufklärende Arbeit gegen die Hexenverfolgung mit seinem berühmten Werk „Cautio Criminalis“ (rechtliche Bedenken wegen der Hexenprozesse).

Die Klosteranlage besteht heute nur noch aus der eigentlichen Klosterkirche mit dem Kreuzgang sowie dem Rempter und dem ehem. Dormitorium (Priorat).

Zur Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Falkenhagen sind heute die Dörfer Falkenhagen, Rischenau, Sabbenhausen, Wörderfeld, Hummersen, Niese und Köterberg, zur Katholischen Kirchengemeinde „St. Michael“ Falkenhagen die Dörfer Falkenhagen, Rischenau, Elbrinxen, Sabbenhausen, Wörderfeld, Hummersen, Niese und Köterberg zugeordnet.

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