Zur Geschichte der gräflich-lippischen Seitenlinie „zur Lippe – Biesterfeld“

Die gräflich-lippische Seitenlinie „zur Lippe-Biesterfeld“ wurde durch Graf Jobst Hermann zur Lippe begründet. Er war ein Sohn aus zweiter Ehe seines Vaters Graf Simon VII. zur Lippe. Da aus erster Ehe seines Vaters ebenfalls Söhne hervorgegangen waren, führten sie die Linie zur Lippe-Detmold fort. Graf Jobst Hermann konnte somit nicht den Thron besteigen und begründete nach Heirat im Jahre 1654 eine eigene Familie, mit der er auf einem angekauften Meierhof in Biesterfeld Wohnung nahm. Hier baute er nach und nach eine Schlossanlage auf. Nach drei Generationen verließ die Familie ihren angestammten Sitz im Jahre 1763 und verzog nach Aumühle bei Hamburg. Die Schlossanlage in Biesterfeld fiel an das Haus zur Lippe-Detmold. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sie abgebrochen. Somit sind bauliche Hinterlassenschaften nicht mehr zu sehen.

Durch das Aussterben der Linie „zur Lippe-Detmold” im Jahre 1905 gelangte jetzt die unmittelbar verwandte Linie „zur Lippe-Biesterfeld” mit dem Grafregenten Ernst auf den lippischen Thron, den sie aber nach 1918 wieder verlassen musste. Seit der Thronbesteigung legte die Familie in Detmold den Zusatz „Biesterfeld” ab und nannte sich nur noch „zur Lippe”. Der spätere Ehemann der niederländischen Königin Juliane, Prinz Bernhard der Niederlande, entstammte der Linie „zur Lippe-Biesterfeld” und war ein Cousin des gegenwärtigen Chefs des Hauses zur Lippe, Dr. Armin Prinz zur Lippe in Detmold.

Sein Vater Bernhard war ein Bruder des letzten lippischen Fürsten Leopold IV.

Willy Gerking; Literatur zum Thema: Die Grafen zur Lippe-Biesterfeld von Willy Gerking; Das Buch (ISBN 3-928700-62-6) ist leider ausverkauft.

Übrigens: Die Oranierroute führt auch durch unsere Nachbarstadt Bad Pyrmont. Biesterfeld, ein Ortsteil von Lügde, liegt rund 12 km von der Oranierroute, also Bad Pyrmont, entfernt. Ein Abstecher, der sich vielleicht lohnt.