1797, der große Stadtbrand in Lügde

Wegen der Enge innerhalb der Stadtmauern standen die Gebäude dicht beieinander. Zwischen den Häusern war oft nur ein Zwischenraum von 0,5–1,0 Meter. Es handelte sich fast ausnahmslos um landwirtschaftliche Gebäude. Die Häuser waren strohgedeckt und nach den Ernten vollgepackt mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen (Stroh, Korn, Heu!).

Am 13. September 1797 war in Lügde eine große Feuersbrunst entstanden, die in wenigen Stunden fast den ganzen Ort in einen Schutt- und Aschenhaufen verwandelte. Das Feuer war im Südwesten der Stadt entstanden und zwar im Gebäude des heutigen Heimatmuseums.

Die Hausinschrift im Türbalken des Hauses weist heute noch auf dieses Ereignis hin mit folgenden Worten:

Die große Feuersbrunst allhier entstand Es kam gewiss von Gottes Hand Weil es war nicht meine Schuldt Darum leyde alles gerne mit Geduld.

Die Folge dieses Brandes war, dass viele Bürger die Stadt für immer verließen und dass im übrigen zur Finanzierung der Wiederaufbaukosten Ländereien an umliegende Landwirte verkauft werden mussten.

Brände in der engbebauten Altstadt waren früher keine Seltenheit. Allein in der Zeit vom 15.–18. Jahrhundert gab es 19 Stadtbrände, von denen zwei die Stadt fast völlig einäscherten.

Das Löschwasser wurde aus Brunnen und auch dem Emmerfluß entnommen. Um 1840 waren im Stadtgebiet rund 120 Brunnen vorhanden. Wasser entnommen wurde mit Ledereimern. Diese Eimer mussten die Bürger vorweisen können. Bei Zuzug in die Stadt und Erwerb des Bürgerrechts musste dieser Eimer sogar vorgezeigt werden. Löscheimer befinden sich heute noch im Heimatmuseum.

Erst ab etwa 1841 wird im Zusammenhang mit dem Bürgereid der Löscheimer nicht mehr erwähnt. Siehe dazu: „Der Bürger in der Geschichte“.