1866, die Cholera in Lügde

Neben den mittelalterlichen Epidemien sind in Lügde insbesondere die immer wieder auftretenden Choleraepidemien zu erwähnen. Cholera wurde insbesondere durch verschmutztes Trink- und Gebrauchswasser verursacht bzw. von außen eingeschleppt.

Den letzten Cholerafall in Lügde gab es 1866. Die Krankheit wurde aus dem nahen Bad Pyrmont eingeschleppt, wo sie vereinzelt aufgetreten war. Die Krankheit verbreitete sich sehr schnell. Das erste Opfer starb am 8. August. Insgesamt erkrankten etwa 4oo Personen, 128 fanden den Tod. Jegliches Gefolge (wegen der Ansteckungsgefahr) war verboten. Den Särgen folgte nur ein „Beerdigungskomitee”, bestehend aus dem Bürgermeister Wilhelm Große, dem Pfarrer Anton Suden sowie dem Küster.

Über die Beerdigungspraxis schreibt Horstmann in seiner Chronik: „Die Toten wurden in eiligst zusammengeschlagenen Kisten zum Friedhof gebracht. Fünf oder mehr Särge wurden übereinandergestellt. Die Männer, die das traurige Amt der Beerdigung ausübten, waren meist betrunken. Ohne Schnapsgenuss hätten sie ihre Arbeit auch gar nicht tun können.” Merkwürdig, dass keiner von Ihnen verstorben ist.