Johannes Gigas

Zu den bedeutendsten Persönlichkeiten, die im Laufe der Jahrhunderte in der Stadt Lügde das Licht der Welt erblickten, zählt vorrangig Dr. Johannes Gigas. Er wurde zwischen 1580 und 1582 in Lügde geboren und studierte in Helmstedt und Wittenberg Medizin und Mathematik, bevor er 1601 an die Universität Basel wechselte, wo er am 29. November 1603 zum Doktor der Medizin promovierte.

Der Mediziner wurde später zum Professor der Mathematik und Physik, später zum Prorektor der Hohen Schule in Burgsteinfurt berufen. Ab 1610 gab Gigas Schreibkalender mit astrologischen Prognosen heraus, die in Westfalen sehr gefragt waren.

Gegen 1616 zog Gigas mit seiner Familie nach Münster. Hier trat er als Leibarzt in die Dienste des Kölner Kurfürsten und gleichzeitem Münster´schen Bischofs Ferdinand ein. Zwischen 1635 und 1638 ist Dr. med. Johannes Gigas in Münster verstorben.

Gigas wird zu den bedeutendsten deutschen Persönlichkeiten gezählt, er verdankt dies jedoch nicht seinem ärztlichen Wirken bzw. seiner Hochschullehrertätigkeit, sondern vielmehr einem Hobby, der Kartographie, die damals noch ihre erste Gehversuche unternahm. Er verfasste gegen 1616 die sogenannte „Schaukarte vom Bistum Münster”, vier Jahre später erschien in Köln der Gigas-Atlas „Prodomus Geographicus”, heute nur noch in zehn Exemplaren vorhanden. Eine Ausfertigung besitzt die Stadt Lügde. Die darin enthaltenen Karten zeigen die Territorien, die dem Gigas-Dienstherrn, nämlich dem Kölner Kurfürsten Ferdinand von Bayern, unterstanden. Gigas hat für seine kartographischen Aufnahmen viele Regionen bereist. Die Exaktheit der zeichnerischen Darstellung war für damalige Verhältnisse vorbildlich. Die westfälischen Gigas-Karten wurden so bis zum Ende des 18. Jahrhunderts von deutschen, italienischen und vor allem holländischen Kartenherausgebern nachgedruckt.

In der Stadt Lügde erinnert eine Steinsäule mit Inschrift an Gigas. Die Säule befindet sich in der „Vorderen Straße” (in der Höhe des Gebäudes: Vordere Straße 53). Außerdem wurde nach Gigas das Schulzentrum am Ramberg benannt.

Zu der Person Johannes Gigas existiert eine Veröffentlichung der Stadt Lügde, 1992 (Reinhard Oldemeier).