Historischer Stadtkern

Stadtwall im Herbst © Lügde Marketing e.V.

Die Gründung der Stadt wird auf etwa das Jahr 1245 datiert. Verleihungsurkunden der Stadtprivilegien sind nicht mehr erhalten. Sicher ist jedoch, dass die Stadt nach dem sogenannten „Lippischen Drei-Straßenmodell” angelegt worden ist, das heißt für die Stadtgründung wurde lippisches Recht gewählt (etwa Stadtrecht von Lippstadt und Lemgo in vielleicht etwas abgeänderter Form). Lügde wurde als „Festungskleinstadt“ planmäßig angelegt, sie war befestigter Mittelpunkt für die Territorialpolitik der Grafen von Pyrmont bis zum Jahr 1668.

Die Stadt wurde planmäßig angelegt, sie ist – trotz mehrerer Großbrände – nahezu im Grundrisscharakter erhalten geblieben. Die Altstadt wird geprägt durch die frühklassizistischen Fachwerkackerbürgerhäuser mit ihren typischen hallenartigen Deelen und die

Fachwerkhäuser in der Altstadt © Lügde Marketing e.V.

Wall- und Grabenzone mit zwei komplett erhaltenen Stadttürmen und Stadtmauer. Drei dominierende Längsstraßen sind durch schmale Querstraßen leiterförmig miteinander verbunden, der lang-ovale Stadtgrundriss mit überwiegend klein strukturierten Grundstücken ist bis heute praktisch unverändert erhalten geblieben. Die Grenzen des historischen Stadtkernes sind durch die etwa 1500 Meter lange Stadtmauer mit Wehrtürmen und Wehrgraben deutlich ablesbar. Die Stadt gehört mit zu den geschlossensten Ackerbürgerstädten unseres Landes und ist deswegen auch Mitglied in der Gemeinschaft „Historische Stadtkerne in Ostwestfalen/Lippe.”

Die Altstadt wurde von 1980–1991 mit erheblichen Aufwand saniert. Im Tiefbaubereich wurden Straßen als verkehrsberuhigte Zonen neu angelegt. Über besondere Förderprogramme wurden dann von den Anliegern Gebäude renoviert und denkmalgerecht wiederhergestellt.