Ehemaliges Franziskanerkloster in Lügde

Franziskanerkloster © Lügde Marketing e.V.

Das Franziskanerkloster befindet sich im Ortskern. Die Gründung geht auf die Franziskaner zurück. Ursprünglich hatte im Jahre 1713/14 der Domprobst Michael Nueber aus Brünn, der in Lügde geboren war, zwei Häuser seiner Familie in Lügde den Jesuiten zur Gründung einer Niederlassung geschenkt. Die Niederlassung erfolgte jedoch nicht, weil sich der Magistrat dagegen aussprach. Wahrscheinlich werden die Jesuiten alsdann die Schenkung den Franziskanern überlassen haben, vermutlich im Jahre 1734. Die Franziskaner haben dann, nachdem sie im Jahr 1739 die Genehmigung der fürstbischöflichen Behörde in Paderborn erhalten hatten, im Jahre 1749 angefangen, auf dem Terrain der “Nüberschen Stiftung” in Lügde das Kloster zu erbauen. Der Grundstein wurde am 12. Aug. 1749 gelegt. 1752 wurde der Bau des Klostergebäudes beendet. Im Jahr darauf wurde die Kirche mit dem typischen Barockgiebel begonnen. Die Einweihung derselben erfolgte am 5. September 1756.

Es kamen drei Patres und fünf Laienbrüder nach Lügde. Der Hauptzweck ihrer Niederlassung war die Seelsorge in der an Lügde angrenzenden Diaspora.

Die Franziskaner übernahmen die von Lügde eingerichtete Seelsorge in Pyrmont, Hameln und Rinteln. Außerdem richteten sie eine Volksschulklasse ein. Die Franziskaner haben sich auch in Werken der Caritas hervorgetan.

Die Niederlassung hat nur etwa 60 Jahre bestanden. Das Kloster wurde durch König Jerome (einem Bruder Napoleons) im Jahre 1812 aufgehoben und verkauft. Das Gebäude diente dann verschiedenen Zwecken (überwiegend als Lagerstätte). Die Kath. Kirchengemeinde hat daraufhin das Gebäude im Jahre 1859 zu einem Preis von 10.000 Talern erworben. Mit finanzieller Beteiligung der Stadt (4.000 Taler) wurde das Kloster ausgebaut und zu einem Krankenhaus eingerichtet. Die Pflegerinnen kamen aus Dernbach (Arme Dienstmägde Christi). Eröffnet wurde das Krankenhaus am 2. Oktober 1860. Das Kirchengebäude des Klosters (mit Barockgiebel) wurde allerdings vorübergehend zu anderweitigen Zwecken (Lagerstätte) genutzt. Der Krankenhausbetrieb wurde im Jahre 1958 eingestellt. Alsdann diente das Gebäude bis zum 31.12.1970 (Teil des Gebäudes) als privates Altenheim. In den Jahren 1974 und 1975 wurden Kirche und Gebäude zum Pfarr- und Jugendheim der Kath. Kirchengemeinde “Sankt Marien” umgebaut. Durch allgemeine Umbaumaßnahmen zum Zwecke der Einrichtung eines Kindergartens und einer Seniorentagesstätte, Verlegung des Klostersaals und dergleichen wurde das Objekt 1997 bis 1999 komplett saniert.

Weitere Informationen unter: www.kulturimkloster.de