Kloster Falkenhagen

Kloster Falkenhagen © Lügde Marketing e.V.

Das ehemalige Zisterzienserkloster in Falkenhagen wurde 1247 gegründet. In diesem Jahr wurde ein schon bestehendes Kloster namens Burchhagen, das 1231/1246 urkundlich bezeugt ist, dorthin verlegt. Aus der Buchgeschichte wissen wir, dass sich die gesamte Klosteranlage 1254 im Aufbau befand und Hilfe von außen benötigt wurde. Im Jahre 1407 wurde das Kloster in der Eversteinischen Fehde zerstört, und es lebten dort nur noch einige wenige Nonnen, die in benachbarte Klöster flohen. Das Kloster lag ca. 20 Jahre wüst, bis einige Mönche vom Orden der Wilhelmiten aus Witzenhausen für Falkenhagen von Paderborn angeworben wurden, sie konnten jedoch aus wirtschaftlichen Gründen Falkenhagen nicht halten und zogen nach etwa 5 Jahren wieder ab.

Damit beginnt die Geschichte des 3. Ordens, der sich in Falkenhagen ansiedelte, der Orden hat die bedeutendsten bau- und kunstgeschichtlichen Werke hinterlassen. Es handelte sich um den ca. 1210 / 1215 in Huy (heute Belgien) gegründeten Orden der Kreuzherren.

Ab 1443 geht es mit dem Aufbau der Klosteranlage voran. Aber zwei Rückschläge machten dem Konvent sehr zu schaffen: 1447 die Soester Fehde und 1479 ein Brand.

Klosterhof und Klostergarten © Lügde Marketing e.V.

Der bedeutendste Prior in Falkenhagen war Heinrich von Bocholt, dessen Amtszeit von 1457 bis 1495 dauerte. Während seines Priorats brachte er das Kloster zu großer wirtschaftlicher und geistiger Blüte. Es war damals das wohl größte Kloster der Kreuzherren, fast 90 Ordensleute lebten in der Anlage, das Kloster besaß 650 ha Land. Alte, fast ausgestorbene Dörfer in der Umgebung wie Niese, Sabbenhausen, Köterberg, Hummersen und Wörderfeld erwachten zu neuem Leben, um das Kloster herum waren mehr als 20 Wirtschaftsgebäude gruppiert.

In den Jahren von 1596 bis 1604 wurde das monastische Leben in Falkenhagen durch einen 4. Orden fortgesetzt. Der Paderborner Fürstbischof Theodor von Fürstenberg errichtete eine Residenz der Jesuiten.

Während des 30-jährigen Krieges (1618–1648) nahm auch das Kloster Schaden. Im Jahre 1631 weilte ein bedeutender Jesuit im Kloster: Friedrich Spee von Langenfeld, er gilt als der bedeutendste katholische Kirchenliederdichter des 17. Jahrhunderts. Wirkungsgeschichtlich bedeutend wurde Spee aber auch durch seine aufklärende Arbeit gegen die Hexerverfolgungen mit seinem berühmten Werk „Cautio Criminalis” (Rechtliche Bedenken wegen der Hexenprozesse) bekannt.

Die Klosteranlage besteht heute noch aus der eigentlichen Klosterkirche mit dem Kreuzgang sowie dem Remter (Gebäude mit Kapitelsaal und Speiseraum der Mönche) und dem ehem. Dormitorium (Priorat). Letzteres Bauwerk gilt als das älteste datierte Fachwerkhaus Lippes, es stammt aus dem Jahre 1509.