Fledermäuse – Kobolde der Nacht

Bankrücken auf dem Wanderweg "BlickWinkel"

Fast jeder hat sie schon einmal in der Dämmerung oder bei Nacht wahrgenommen, unsere lautlosen Nachtjäger: die Fledermäuse! 

Seit jeher strahlen Fledermäuse eine ganz eigene Faszination auf uns aus. Besonders ihre Sinnes- und Flugleistungen erstaunen immer wieder, denn: Fledermäuse fliegen mit den Händen und sehen mit den Ohren.

Um der Nahrungskonkurrenz durch tagaktive Vögel zu entgehen, haben sie für sich die „Nacht zum Tag“ gemacht. Bei der nächtlichen Jagd setzen die geschickten Flieger Ultraschallrufe und Echoortung ein. Während ihres Fluges stoßen sie ständig Rufe aus, die so hoch sind, dass wir Menschen sie nicht hören können. Diese Ultraschallrufe werden von allen Strukturen und Hindernissen in der Flugbahn der Tiere reflektiert. Aus den gehörten Echos erkennen die Fledermäuse, wie ihre Umgebung aussieht und wo eine Mücke oder ein Käfer zu fangen ist. Davon vertilgen sie pro Nacht die Hälfte ihres eigenen Körpergewichts - das können schon mal 4.000 Mücken pro Nacht sein. Ihre Hände haben sehr lange Finger, zwischen denen Haut gespannt ist, die auch zu den Füßen und zum Schwanz reicht. Das ist die Flughaut, mit der die Tiere fliegen, indem sie die Arme schnell auf und ab bewegen. 

Fledermäuse sind Säugetiere, sie bringen pro Jahr 1-2 lebende Junge zu Welt, die von der Mutter 4 - 8 Wochen mit Milch gesäugt werden. Ihr Jahreslauf ist unterteilt in eine Zeit des Winterschlafs, die Aufzucht der Jungen im Frühling und Sommer und in eine Zeit des Umherstreifens im Spätsommer und Herbst.

Die einzelnen Jahreszeiten können Fledermäuse in ganz unterschiedlichen Lebensräumen verbringen. Sie brauchen sichere Verstecke für den Tagesschlaf, insektenreiche Jagdgebiete und frostfreie Plätze zur Überwinterung. Alle Fledermausarten Deutschlands nutzen Wälder als Quartiere und/oder als Jagdgebiete. Mehr als die Hälfte unserer Fledermausarten bezieht aber auch in menschlichen Bauwerken ihr Quartier. Doch sie sind unauffällige Mitbewohner, die keine Krankheiten übertragen und nichts anfressen oder zerreißen.

Die vielfältigen Ansprüche an ihr Umfeld haben die sensible Fledermaus zu einer bedrohten Tierart werden lassen.

Gefährdet sind sie vor allem durch die Zerstörung ihrer Lebensräume, etwa durch die Sanierung von Altbauten und die Versiegelung von potentiellen Schlafplätzen, durch die Vernichtung von Insekten-Lebensräumen, durch die Zerstörung von Totholzbeständen und die Vergiftung mit Insektenschutzmitteln und Holzschutzfarben. 

Um ihrer Bedrohung entgegen zu wirken, wurden in Deutschland verschiedene Schutzprogramme entwickelt. Auch Sie können mit unterstützen: Schon kleine Maßnahmen, wie ein Fledermausbrett an der Hauswand oder ein strukturreicher Garten mit vielen Pflanzen, die Insekten beherbergen, hilft den „Kobolden der Nacht“.

Wissenswertes über die Fledermaus:

  • Fledermäuse existieren in Deutschland seit etwa 50 Mio. Jahren.
  • Die Fledermaus gilt als das einzige bekannte Säugetier, das fliegen kann.
  • Von den weltweit rund 750 Fledermausarten leben 25 in Deutschland.
  • Fledermäuse können bis zu 30 Jahre alt werden. 
  • Fledermäuse sind in Deutschland selten größer als 5cm (Zum Vergleich: die Australische Gespensterfledermaus hat eine Flügelspannweite von bis zu 60 Zentimetern).
  • Fledermäuse tun etwas, was sonst kein Tier tut: sie schlafen kopfüber! Dafür sind die Krallen an den Füßen so konstruiert, dass Fledermäuse ohne Muskelkraft mit dem Kopf nach unten hängen können. Das Gewicht ihres Körpers bewirkt, dass die Krallen automatisch "einrasten". Selbst tote Tiere bleiben deshalb hängen.

Quelle: BMU: Fledermäuse schützen und DVL: Fledermäuse im Wald