Ein Leben unter der Erde: Maulwürfe und Regenwürmer

Bankrücken: Maulwurf, Wörderfeld © Volker Thiele

Bankrücken auf dem Wanderweg “BlickWinkel“

Ihn selbst bekommt man nur mit viel Glück zu sehen, aber seine „Werke“ sind oft weithin auf Wiesen und Feldern zu sehen. Und diese gaben ihm auch seinen Namen. Der bezieht sich nämlich nicht auf sein Maul, sondern ist hergeleitet von dem alten Wort „Mull“ = „Erde“. Übersetzen könnte man seinen Namen also mit „Erdwerfer“. 

Mit seiner Länge von 15 Zentimetern und einem Gewicht von rund 100g ist der Maulwurf tatsächlich kleiner als viele es vermuten. Früher wurde er wegen seines Felles gejagt, heute ist er streng geschützt.

Zwar ist der Maulwurf nicht vollständig blind, aber mit seinen nur wenige Millimeter großen Augen kann er tatsächlich nicht besonders gut sehen und nur hell und dunkel unterscheiden.Allerdings kann er dafür umso besser riechen und tasten. Mit dem sogenannten Eimerschen Organ nimmt er sogar elektrische Reize wahr. Das heißt, er kann elektrische Felder fühlen, die bei der Muskelbewegung seiner Beutetiere entstehen. Auch wenn sich manch Gartenbesitzer ärgert, dass sein Rasen einer Hügellandschaft gleicht, so ist die Grabetätigkeit des Maulwurfs für den Boden gut. Denn dadurch mischt er die unteren humusarmen Schichten mit den oberen humosen und trägt zusätzlich zur Durchlüftung des Bodens bei. Die Gänge, die er dabei anlegt, nutzen gerne Wühlmäuse und Ratten, um bequem an die Wurzeln und Knollen der Pflanzen zu kommen. Und so wird der Maulwurf oft zu Unrecht als Pflanzenschädling vermutet. Tatsächlich ernährt er sich ausschließlich tierisch und verspeist am liebsten Regenwürmer, kleine Insekten, Larven, Lurche, aber auch Mäuse und Spinnen.

Da der Maulwurf einen hohen Stoffwechsel hat, muss er täglich fressen, um nicht zu verhungern. Er hält keinen Winterschlaf. In kalten Wintern zieht er sich in tiefere Erdschichten zurück oder legt einen Nahrungsvorrat z.B. aus Regenwürmern an. Dabei beißt er ihnen die vorderen Körperteile ab, damit sie nicht fliehen können, aber am Leben bleiben.

Auch der Regenwurm ist perfekt an das Leben unter der Erde angepasst. Sein Name geht auf sein Verhalten zurück, bei starken Regenfällen die unterirdischen Wohnröhren rasch zu verlassen. 

Regenwürmer ernähren sich von Pflanzenresten und Erde, aus der sie die Näherstoffe absorbieren. Damit erhöhen sie nicht nur die Bodenfruchtbarkeit, indem sie humusangereicherte Erdkrümel herstellen, sondern sie fördern so auch die Durchlüftung des Bodens und steigern seine Kapazität der Wasseraufnahme. Die Gänge der „Erdarbeiter“ reichen in eine Tiefe von bis zu 2 Metern. Regenwürmer sind zwar blind, taub und stumm, aber sie können schon kleinste Temperaturunterschiede unterscheiden, schmecken, riechen sowie Licht und Berührung wahrnehmen.

Nach vorsichtigen Schätzungen soll es mehr als 3000 verschiedene Regenwurmarten geben, davon kommen etwa 39 Arten in Deutschland vor. Unter einem Quadratmeter Wiese können, je nach Bodenart, zwischen 100 und 400 Regenwürmer leben und ihre engen Röhren und Gänge durch die Erde fressen.

Die Lebensdauer eines Regenwurmes beträgt etwa 2 Jahre, wenn er nicht vorher gefressen wird. Dabei kann er eine Länge von bis zu 30 cm erlangen.