Wildkräuter – Die Apotheke der Natur

Bankrücken auf dem Wanderweg "BlickWinkel"

Ob Schlafschwierigkeiten, Magen-Darm-Probleme oder Sportverletzungen – dank ihrer wertvollen Inhaltsstoffe werden Heilkräuter bei verschiedenste Gesundheitsproblemen eingesetzt. Aber auch in der Küche sind die Wildkräuter vielseitig einsetzbar.
Beispielhaft möchten wir Ihnen einige der heilenden Kräuter vorstellen:

Scharbockskraut

Aussehen: Aus fleischigen Wurzelknollen wachsen mehrere Stiele mit runden Blättern. Nach einer Weile entfalten sich achtblättrige gelbe Blüten an extra Stängeln.

Vorkommen: Auf lichten Wäldern und Wiesen; z.T. in großen Flächen sprießt das Kraut als eines der ersten Frühjahrsboten.

Anwendung: Früher, als Skorbut (Vitamin-C-Mangel-Krankheit) noch verbreitet war, galten die Blätter des Scharbockskrautes als Heilmittel dagegen. Daher auch der Name des Krauts, da „Scharbock“ der alte Name für Skorbut war. Mit der Blütezeit steigt der Giftgehalt in den Blättern an. Daher sollten die Blätter auch nur vor der Blüte und auch nur in kleinen Mengen verwendet werden.

Der Tee aus getrockneten Blättern hilft gegen Hautleiden und –unreinheiten. Der Saft der Wurzelknolle wirkt gegen Warzen. Und der Vitamin-C-Gehalt in den Blättern wirkt gegen Frühjahrsmüdigkeit.
In der Küche können kleine Mengen der Scharbocksblätter zum Würzen des Salates verwendet werden, da sie leicht scharf schmecken. Die eingelegten Blütenknospen können wie Kapern verwendet werden.

Beifuß

Aussehen: Der Beifuß hat einen harten Stängel, der viele Ausläufer ausbildet, meist dunkel- bis leicht gräulich-grüne Blattfarbe, Wuchshöhen von 60 cm bis zu 2 m, Blüte zwischen Anfang Juni bis Ende September.

Vorkommen: an Wegrändern, Bahndämmen, Böschungen und anderen verwilderten Stellen.

Anwednung: In früheren Jahrhunderten galt der Beifuß als Mutter aller Kräuter. Über die Jahre sind seine Heilwirkungen in vielen Anwendungsbereichen leider fast in Vergessenheit geraten.

Wie sein Name schon andeutet, wirkt er lindernd bei müden und schmerzenden Beinen und Füßen. Dazu kann man ein Öl mit dem Beifußkraut ansetzen und bei Bedarf Füße und Beine einreiben.

Als Tee wirkt Beifuß entspannend und findet so bei Schlafstörungen und Nervosität Anwendung. Er kann auch wirkungsvoll bei Menstruations- und Verdauungsschwierigkeiten helfen.

In der Küche werden Beifuß-Blätter als Zugabe bei fetten Mahlzeiten verwendet. Der sanft bittere Geschmack regt die Bildung von Magensaft und Gallenflüssigkeit an und verbessert so die Bekömmlichkeit fetter Speisen.

Spitzwegerich

Aussehen: Lange, schmale Blätter, 50 cm hoch, die unscheinbaren Blüten bilden zunächst kugelige, später walzenförmige Ähren.

Vorkommen: Entlang von Wegrändern, daher auch der Name aus dem Althochdeutschen, der übersetzt so viel wie „Wegelagerer“ bedeutet.

Anwednung: Spitzwegerich-Tee ist schleimlösend und hilft wirkungsvoll gegen Husten, Asthma und andere Erkrankungen der Atmungsorgane.

Der frisch gepresste Pflanzensaft reguliert die Verdauungstätigkeit und hilft auch bei Darmentzündungen und Magenschmerzen. Ferner unterstützt er die Wundheilung wegen seiner antibakteriellen, blutstillenden und entzündungshemmenden Wirkung.
Der Spitzwegerich ist die beste Medizin für unterwegs. Verletzt man sich zum Beispiel bei ein einer Wanderung, dann einfach Spitzwegerich vom Wegrand pflücken, die Blätter zwischen den Fingern verreiben, auf die Wunde legen und mit einem zweiten Spitzwegerichblatt fixieren. Das Blut wird gestoppt die Wunde desinfiziert und der Heilungsprozess gefördert.

Johanniskraut

Aussehen: Johanniskraut kann bis zu einem Meter hoch werden und treibt einen verzweigten Stängel aus, blüht von Juni bis September, goldgelbe Blüten mit auffallend langen Staubblättern, wenn man die Blüten zerdrückt, werden die Finger rötlich.

Vorkommen: an Wegränder, auf trockenen Wiesen und in lichten Wäldern.

Anwendung: Bekannt ist Johanniskraut als pflanzliches Antidepressivum. Es kann die Stimmung aufhellen und Angstzustände lindern. Anwendung findet Johanniskraut unter anderem als Tee: Einfach ein bis zwei Teelöffel des Krautes auf eine Tasse wird mit kochendem Wasser übergießen und fünf bis zehn Minuten ziehen gelassen.

Das Johanniskraut ist auch für andere Erkrankungen des Nervensystems eine wertvolle Heilpflanze. Es hilft gegen Nervosität und Schlaflosigkeit. Auch Kopfschmerzen und Migräne können gelindert werden.

Seine verdauungsfördernde Wirkung ist angesichts seiner Wirkungen auf das Nervensystem fast in Vergessenheit geraten. Doch das Johanniskraut stärkt Magen und Darm, lindert Entzündungen und hilft gegen Durchfall. Als Öl kann es zur Linderung von Neurodermitis eingesetzt werden.

Für das Sammeln von Heilkräutern gelten einige wichtige Regeln:

  • Infomieren Sie sich vorab genau über mögliche Wirkungsweisen der Kräuter. Einige Heilkräuter sind z.B. während einer Schwangerschaft schädlich oder können Allergien auslösen.
  • Keine geschützten, bedrohten oder besonders seltenen Arten sammeln!
  • Sammeln Sie nur Arten, die Ihnen sicher und eindeutig bekannt sind: Bei Fehlbestimmungen sind tödliche Vergiftungen möglich!
  • Nur kleine Mengen entnehmen - die Pflanzenbestände müssen sich wieder vollständig regenerieren können. Erlaubt ist nur die Entnahme von haushaltsüblichen Mengen.
  • Nur saubere Pflanzen von unbelasteten Standorten nutzen.

Quelle: www.wildkraeuter.de und www.apotheken-umschau.de/heilpflanzen