Bienen

Bankrücken: Bienen, Falkenhagen © Volker Thiele

Bankrücken auf dem Wanderweg “BlickWinkel“

Honigbienen sind uns Menschen sehr ähnlich. Zugegeben, auf den ersten Blick scheint der Vergleich sehr weit hergeholt. Bei näherer Betrachtung fallen aber viele Gemeinsamkeiten mit uns Menschen auf. So herrscht im Bienenstock eine klare Arbeitsteilung. Einige Bienen kümmern sich um die Nahrungsbeschaffung, andere kümmern sich um den Nachwuchs und andere sind als „Architekten“ tätig. Außerdem sind Bienen Meister der Vorratswirtschaft und sie kommunizieren auf hohem Niveau. Bei ihrer Suche nach Futter orientieren sich Bienen ähnlich wie wir Menschen an Orientierungspunkten in der Landschaft, wie Bäumen, Büschen oder Straßen. Außerdem nutzen Bienen die Sonne wie eine Art Kompass. Verlässt eine Biene den Stock, so merkt sie sich den Sonnenstand und findet mithilfe ihres guten Zeitgefühls und ihrem Wissen über den Sonnenstand auch Stunden später wieder zurück zum Bienenstock. Doch was passiert, wenn sich der Himmel plötzlich bezieht? Auch das ist für die Biene kein Problem. Die Biene kann ultraviolettes Licht und damit die Richtung der Lichtwellen wahrnehmen und sich so orientieren.

 Hat eine Biene eine ergiebige Futterquelle gefunden, teilt sie dies den anderen Mitbewohnern im Stock mit einem „Bienentanz“ mit. Beim so genannten Rundtanz bewegt sich die Biene im Kreis und zeigt damit an, dass sie in einem Umkreis von 100 Metern eine gute Futterquelle gefunden hat. Mit Hilfe des Schwänzeltanzes zeigt die Biene Blütenpollen an, die weiter als 100 Meter entfernt liegen. Anhand der Richtung und Schnelligkeit können die anderen Bienen erkennen, in welche Richtung und wie weit sie fliegen müssen.

Wissenswertes über die Biene: 

 

  • Für 1 kg Honig sind ca. 250.000 „Flugkilometer“ der Bienen notwendig
  • Eine Biene fliegt ca. 30 km/h schnell, bei ca. 150 Flügelschlägen pro Sekunde
  • Eine Biene fliegt bei einem Ausflug bis zu 6 km weit
  • Eine Sammelbiene wird im Sommer ca. 6 Wochen alt, die Königinnen hingegen werden bis zu 5 Jahre alt. Drohnen, also männliche Bienen, werden nur wenige Wochen alt.
  • Einen Bienenkönigin wächst in besonderen Waben heran und wird als einzige mit "Gelée royale", einem speziellen Futtersaft gefüttert. Sie ist ca. 1/3 größer als die anderen Bienen und wird vom Imker häufig mit einem kleinen Punkt auf dem Rücken markiert.
  • Eine Bienenkönigin kann bis zu 2000 Eier pro Tag legen, in ihrem ganzen Leben sind das etwa zwei Millionen.
  • Schlüpfen eine oder mehrere Königinnen, verlässt die alte Königin mit etwa der Hälfte der Bienen den Stock und gründet ein neues Volk.
  • Die Gattung der Honigbiene ist ca. 50 Millionen Jahre alt
  • Seit ca. 15.000 Jahren werden die Honigbienen vom Menschen genützt
  • Ungefähr 80% aller Blütenpflanzen werden durch Bienen bestäubt. Die restliche Bestäubungsarbeit von 20% wird durch andere Wildinsekten erledigt
  • Der vom Imker geerntete Honig beträgt nur ca. 1/3 der von den Bienen tatsächlich erzeugten Honigmenge. Der meiste Honig wird von den Bienen für den „Eigenbedarf“ verbraucht
  • Fällt die Außentemperatur unter 12° verlassen die Bienen den Stock nicht mehr und verharren dicht aneinander gedrängt in einem Art Winterschlaf

 

Kurioses über die Biene:

  • In Afrika werden Bienen dazu eingesetzt um Siedlungen vor Elefanten zu schützen. Die Dickhäuter reagieren auf Bienenstiche an den Augen und am Rüssel äußert empfindlich und nehmen daher schnell Reißaus, sobald ihnen Bienen zu nahe kommen. Bienenkörbe rund um Dörfer und Plantagen halten die Elefanten fern und ermöglichen den Bewohnern eine zusätzliche Nahrungs- und Einkommensquelle
  • Im Jahr 864 wurde ein Schwarm Bienen vom Reichstag zum Tode durch Ersticken verurteilt, weil ein Mann durch einen Bienenstich zum Tode gekommen war
  • Bienen werden bei der Suche nach Landminen eingesetzt. Hierfür werden sie mit Zuckerwasser gefüttert, das Spuren von TNT enthält. Bienen haben einen sehr guten Geruchssinn - und im Gegensatz zu Hunden oder Ratten lösen sie aufgrund ihres geringen Gewichts keine Explosion aus.