Bezeichnete man im 19. Jahrhundert hier in Lügde jemanden als „Hambummel“, gab man ihm damit den Titel Tagedieb, Streuner, Obdachloser oder gar Stadtstreicher.

Hier an diesem Ort hausten einer alten Überlieferung zufolge drei oder vier dieser „Hambummel“, sehr zum Ärger der angrenzenden Gartenbesitzer. Ebenso klagten auch die Brückentordechen, die dieses „Twitchen“, was so viel bedeutet wie „kleine Gasse“, als kürzesten Weg zu ihrem Osterberg nutzten, über die ungeladenen Gäste.

Einige Gespräche und gutes Zureden später, waren die „Hambummel“ nach wie vor wortwörtlich nicht „wegzubewegen“.

Die Gartenbesitzer und Dechen baten den damaligen Bürgermeister der Stadt Lügde um Hilfe. Der örtliche Polizist Kröger forderte die Stadtstreicher daraufhin mehrmals auf, Ort und Stelle zu verlassen, doch ebenfalls ohne Erfolg.

Die Stadtverwaltung entschloss sich zu einer drastischeren Maßnahme: die „Hambummel“ wurden kurzerhand von Polizist Kröger für 5 Tage im Stadtturm am Brückentor eingesperrt. Dieser wurde auch als Gefängnis genutzt. Endlich war Erfolg in Sicht! Die drei geläuterten „Hambummel“ versprachen Besserung und verließen ihr altes Quartier. Von da an hausten sie in der Nähe der alten Abdeckerei in der Fillerkuhle am Handweiser, zwischen Lügde und Elbrinxen.

Als „Handweiser“ bezeichnete man die damaligen Straßenschilder, die die Entfernung zum nächsten Ort angaben, oft sogar noch in Meilen und durch eine Art Handzeichen. Heute finden wir auf unseren Straßen Einzelschilder, die spitz zulaufen und so die Richtung angeben.

Stand: Mai 2020