Zu Weihnachten Fair schenken

Stadtturm an der Brückenstraße mit Weihnachtsbeleuchtung © Volker Thiele

Wurden Sie in jüngster Zeit auch mit E-Mails bombardiert? Zum Black-Friday am vergangenen Freitag, oder zum Cyber-Monday heute? Angebote über Angebote von Dingen, die ich schon immer nicht kaufen wollte. Ich habe die E-Mails ungelesen gelöscht. Warum soll ich etwas kaufen, wenn ich es nicht brauche? – Nur weil es just heute billig ist?

Natürlich brauche ich etwas, ganz klar. Und auch in diesem Jahr habe ich wieder elf Monate ins Land ziehen lassen, bevor ich mich endlich mal um die Weihnachtsgeschenke kümmere. Asche über mein Haupt! Vier Wochen habe ich noch.

Aber ich will Fair schenken! Bei meinen Einkäufen denke ich dann einfach an den Satz, den uns Manfred Holz, Ehrenbotschafter von Fairtrade Deutschland, in seiner Rede zur Auszeichnungsfeier auf den Weg gegeben hat: „Kaufen Sie regionale Produkte, kaufen Sie Bio-Produkte, kaufen Sie Produkte aus dem fairen Handel!“

Kurzum, beim Kauf der Weihnachtsgeschenke möchte ich auf Nachhaltigkeit achten. Damit meine ich auch, dass ich nicht schenken möchte, nur um etwas überreichen zu können – kein Steh-rum-chen oder Staub-zu-chen, weil mir nichts Besseres eingefallen ist. Dann komme ich lieber mit leeren Händen – aber immer mit einem vollem Herz. Denn das schönste Geschenk ist doch: Zeit zu schenken. Ich glaube auch, das ist das nachhaltigste Geschenk.

Liebe Leserinnen und Leser, vielleicht fragen Sie sich, warum schreibt der das? Seit dem 14. Mai 2017 ist Lügde Fairtrade-Stadt. Lügde hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Fairtrade-Gedanken weiterzutragen. Fairtrade heißt fairer Handel. Dabei geht es um Dinge wie Mitbestimmung, Gleichberechtigung, es geht um den Schutz von Kinderrechten, um eine ökologische Entwicklung, und es geht um Umwelt- und Klimaschutz – oder, um es mit einem Wort, mit dem Oberbegriff von Fairtrade zu sagen: es geht um Nachhaltigkeit.

Gibt es Schöneres, als in die Augen eines vor Glück strahlenden Kindes zu blicken? Daran denken wir gerade zu Weihnachten oft. Aber viele Kinder auf dieser Welt haben nicht so viel Glück.

Nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) gibt es weltweit 152 Millionen Kinderarbeiter*innen zwischen fünf und 17 Jahren. Das heißt, sie müssen unter Bedingungen arbeiten, die sie ihrer elementaren Rechte und Chancen berauben. Mehr als die Hälfte von ihnen, 73 Millionen, müssen unter Bedingungen arbeiten, die gefährlich oder ausbeuterisch sind. Hierzu zählen Sklaverei, der Einsatz von Kindersoldaten und Arbeit, die die Gesundheit und Sicherheit gefährdet, also zum Beispiel Arbeit in Steinbrüchen, das Tragen schwerer Lasten oder sehr lange Arbeitszeiten und Nachtarbeit.

www.fairtrade-deutschland: Faire Handelsstrukturen zur Bekämpfung von Kinderarbeit

Liebe Leserinnen und Leser, vielleicht ist der Fairtrade-Gedanke ja auch etwas für Sie. Schenken Sie Fair zu Weihnachten.

luegde.de/fairtrade

26.11.2018, Text: Volker Thiele